Catlife

Jahresrückblick 2018


Das Jahr 2018 im Katzenhaus des Tierheims Darmstadt

Schon wieder ist das Jahr fast vorbei und es ist eine gute Gelegenheit, Rückschau zu halten und an all die Katzen zurückzudenken, die sich auch dieses Jahr wieder in unser Herz geschlichen haben.

Cindy
Das Jahr begann einigermaßen gut, sprich: das Katzenhaus war relativ leer. Übriggeblieben vom Vorjahr waren vor allem die etwas "schwierigen Fälle", also die Scheuen und die Älteren. Und gleich Mitte Januar wurde eine weitere alte Katze abgegeben, der 18-20 Jahre alte Cindy. Cindy wurde uns als Kätzin übergeben, wir stellten allerdings bald fest, dass es sich um einen Kater handelte. Seinen Namen durfte er behalten. Da Cindy extrem viel Durst hatte, wurde gleich am Anfang das Blut untersucht, Diagnose: Diabetes. Da Cindy Insulin brauchte, erschwerte das seine Vermittlung natürlich sehr. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass Cindy auch das Katzenklo nicht immer benutzte, gleichzeitig aber schien er mit dem Leben im Tierheim recht zufrieden zu sein, so dass wir mehr oder weniger beschlossen, dass er bis zu seinem natürlichen Tod bei uns bleiben kann.

Nanuk
Die jüngeren Katzen, die im Januar den Weg ins Tierheim fanden, verließen uns sehr schnell wieder. Da die Vermittlungszimmer nur dünn besetzt waren, war das eine ideale Gelegenheit für Renovierungsarbeiten. Etwas chaotisch, aber mit viel Elan wurde damit begonnen. Die Arbeiten entpuppten sich als aufwändiger als anfangs gedacht und so verbrachten wir etliche Wochen damit.

Nanuk, ein hübscher Siam-Mix-Kater, den wir Ende des vorherigen Jahres vermittelt hatten, kam leider wieder zurück. Auch im neuen Zuhause hatte er sich teilweise aggressiv gegen seine Besitzer und die Mitkatze gezeigt.

Pumpkin
Und ein weiterer Problemfall landete bei uns im Tierheim: Pumpkin, ein erst 3 Jahre alter Kater, der tagsüber meistens ganz unauffällig und lieb war, wurde abends aus unbekannten Gründen immer wieder aggressiv seiner Besitzerin gegenüber.

Fritz
Dafür durfte der alte Fritz im Februar ausziehen. Fritz war ein friedlicher Kater, zeigte aber wenig Annäherung an den Menschen. Meistens lag er nur in einer Höhle des Kratzbaums, wollte nicht gestört werden. Leckerlis fand er toll, aber wenn die Hand zum Streicheln kam, wich er sofort zurück. Deshalb freuten wir uns sehr, dass er Glück hatte und von einer mitleidigen Seele aufgenommen wurde.

Miene
Und Mitte März hatte endlich auch Miene Glück und durfte in sein neues Zuhause am Rande von Weinbergen umziehen, nachdem er mehr als ein halbes Jahr im Tierheim verbracht hatte. Sein zartes „Mäh“ allerdings haben wir sehr vermisst. Ganz besonders mitgenommen hat uns deshalb die Nachricht im September, dass Miene gestorben war; seine Nieren waren wohl schon sehr geschwächt gewesen.

Shirkan
Der 16. März war ein aufregender Tag für Kater Shirkan. Arbeiter im Müllheizkraftwerk Darmstadt entdeckten den verwilderten Hauskater im sogenannten Müllbunker. In einer aufwändigen Rettungsaktion der Feuerwehr wurde er gerettet und ins Tierheim gebracht. Bis auf die Aufregung war der Kater ok und wurde gleich von unserem Tierarzt kastriert, durfte sich dann in einer Box erholen. Sowohl die Hessenschau als auch das Darmstädter Echo berichteten darüber. Zum Artikel

Von der Tierrechtsorganisation Peta erhielten die Einsatzkräfte die Auszeichnung „Helden für Tiere“.

Amira
Im April bekamen wir dann die ersten trächtigen Katzen. Das 1. Vermittlungszimmer war inzwischen fertig renoviert, und die Katzen schienen sich darin wohlzufühlen, nun versuchten wir noch das 2. Zimmer zu renovieren, bevor das Katzenhaus richtig voll wird. Mütter mit ihren Kitten können wir nicht in die Vermittlungszimmer setzen, sie bleiben in den Boxen in der Aufnahmestation, bis die Kitten vermittelt sind. Deshalb blockieren sie die Neubelegung der Boxen und wir müssen versuchen, alle anderen erwachsenen Katzen so schnell wie möglich zu kastrieren und zu impfen, um sie in die Zimmer umsetzen zu können. Die Renovierung eilte also inzwischen ein wenig.

Leider waren die Kitten zum Teil etwas schwach und einige starben bzw. mussten erlöst werden. Eine Autopsie ergab Katzenschnupfen. Schnupfen, das hört sich harmlos an, ist aber eine Krankheit, die bei geschwächten Tieren zum Tod führen kann. Deshalb sollte man seine Katzen (selbst wenn sie nur in der Wohnung gehalten werden) regelmäßig gegen Katzenschnupfen (und –seuche) impfen lassen.

Joschi
Mit Joschi war ein neues Sorgenkind bei uns eingezogen. Abgabegrund war, dass er aggressiv gegen den vorhandenen Hund geworden war. Bei uns verhielt sich Joschi sehr merkwürdig. Er bewegte sich kaum bzw. nur im Zeitlupentempo, stand mit gekrümmtem Rücken da und hatte einen starren Blick. Das Röntgenbild ergab eine Spondylose, also Wirbelverknöcherungen, die bestimmt sehr schmerzhaft waren. Leider vertrug Joschi Schmerzmittel nicht gut. Und man musste bei ihm immer damit rechnen, dass er, wenn man zu schnell auf ihn zuging, aggressiv nach vorne schoß. Trotzdem fand er im Juni ein neues Zuhause. Wir sind ja so froh und dankbar, dass es immer wieder Leute gibt, die sich so ein Sorgenkind ins Haus holen.

Kathi
Ein neues Sorgenkind war im Mai bei uns angekommen: Kathi war inkontinent. Obwohl sie noch gar nicht so alt ist, hatte sie einen Bandscheibenvorfall und wurde daraufhin unsauber. Leider konnten auch wir lange Zeit nicht abschätzen, ist es Inkontinenz oder pinkelt sie mit Absicht auch außerhalb ihres Katzenklos. Abgesehen davon ist sie eine liebe Katze, die sehr gerne auf dem Schoß liegt und sich streicheln lässt.

Carlo
Im Juni waren die Vermittlungszimmer zwar zum Glück immer noch relativ leer, Mütter mit Kindern jedoch hatten wir einige. Im Juni hatten einige unserer Halbwilden Glück, darunter auch Carlo und Zeus, die bereits seit dem Vorjahr bei uns waren. Eine junge Frau nahm sie auf ihrem Bauernhof auf.

Valentin
Wie gut, dass es aufmerksame und mitleidige Leute gibt, die alle Hebel in Bewegung setzen, um einem verletzten Tier zu helfen. Valentin war von einem jungen Paar schwer verletzt am Straßenrand gefunden worden und in die Tierklinik nach Hofheim gebracht worden. Sein Beinchen konnte nicht mehr gerettet werden, es musste amputiert werden. Valentin hat die OP gut überstanden und wurde bei uns aufgepäppelt. Leider hatte er außerdem einen hartnäckigen Katzenschnupfen und wir Ehrenamtlichen bekamen ihn lange Zeit gar nicht zu Gesicht, da er isoliert gehalten werden musste. Aber Valentin hat sich gut erholt und durfte im Spätsommer in ein neues Zuhause umziehen.

Auch nach dem Ende der Sommerferien hatten wir noch immer den reinsten Kindergarten in unserer Aufnahmestation. Leider lief die Vermittlung trotz Ferienende schleppend und so fanden auch unsere Babys nur mühsam ein neues Zuhause. Allerdings waren viele der Kitten noch sehr scheu, da sie von wilden Müttern abstammten. Es ist halt nicht jedermanns Sache, ein fauchendes und spuckendes kleines Etwas mit heimzunehmen und mit sehr viel Ausdauer und Geduld zutraulich zu machen.

Traudel
Traudel, eine blinde und taube Katze, wurde mitten auf der Heinrichstraße in Darmstadt aufgegriffen und zu uns gebracht. Vom Wesen her war sie eine total liebe Katze. Warum nur hat sie niemand vermisst? Glücklicherweise fand sich relativ bald jemand, der ihr ein neues Zuhause schenkte.

Krümel
Noch bevor Traudel auszog, kam aber bereits eine weitere blinde und fast taube Katze zu uns. Krümel, ein Katzenopa, war leider anfangs nicht ganz so lieb wie Traudel, was es noch schwerer machte, ein neues Zuhause für ihn zu finden. Noch dazu brauchte er Schilddrüsenmedikamente.

Im September bekamen wir eine nette Rückmeldung von Maxi, Steve und Helena. Die neue Besitzerin hat gleich ein ganzes Fotoalbum gestaltet und uns geschickt. Über Rückmeldungen freuen wir uns immer ganz besonders, gerade von Sorgenfällen, die eine längere Zeit im Tierheim verbringen mussten. Maxi, Steve und Helena hatten wirklich Glück und haben ein tolles neues Zuhause, wo man mit ihren Behinderungen umzugehen weiß und wo sie nicht nur genügend Ansprache haben, sondern auch Platz zum Kuscheln und zum Herumtoben.

Normalerweise läuft es im Katzenhaus eher gut, sobald die Sommerferien vorbei sind. Diesmal aber war der September kein guter Monat bei uns. Immer noch warteten etliche scheue Kitten auf ein neues Zuhause. Noch dazu mussten wir einige Katzen aus dem Vermittlungszimmer herausnehmen und in Einzelboxen setzen, weil sie schlecht fraßen oder Durchfall hatten. Während die Zimmer relativ leer waren, waren alle Boxen in der Krankenstation und der Aufnahmestation voll belegt. Dieses Jahr hatten wir vor allem mit Giardien und mit dem Calicivirus zu kämpfen.

Colin
Aber es gab auch Grund zum Freuen: Nicht nur, dass Colin und Sally relativ bald ein neues Zuhause fanden (allerdings getrennt, wir hatten festgestellt, dass Colin sehr eifersüchtig sein konnte), Kater Shirkan wurde immer zutraulicher und ließ sich inzwischen ab und zu sehr gerne streicheln. So mussten wir keinen Auswilderungsplatz für ihn suchen, sondern er konnte in die Vermittlung aufgenommen werden und fand im November tatsächlich ein richtiges Zuhause.

Auch Krümel durfte im November ausziehen. Anfangs war er ja bei uns ein wenig unberechenbar gewesen, zum Schluß hin genoss er sehr die Streicheleinheiten und das Liegen auf dem warmen Schoß.

Kitty und Mietzi
Der Dezember war vermittlungstechnisch ein eher ruhiger Monat. Sind den Leuten die Weihnachtseinkäufe wichtiger? Immer noch warteten einige Jungkatzen bei uns. Wir Ehrenamtlichen versuchten mit viel Spielen den scheuen Jungen die Angst zu nehmen und tatsächlich machten sie recht gute Fortschritte. Das ist für uns auch immer ein schöner Moment, wenn eine Katze, die anfangs nur gefaucht hat und geflüchtet ist, immer ausgelassener in unserer Gegenwart spielt und dann sogar Gefallen am Gestreicheltwerden findet.

Mausi
Zum Jahresende hatten fast alle jüngeren und unproblematischen Katze ein neues Zuhause gefunden. Pech hatte bisher Mausi, die vor unseren Tierpflegern lieber flüchtet (weil man ja nie weiß, ob man nicht eine Spritze bekommt), die sich von Ehrenamtlichen aber inzwischen sehr gerne streicheln lässt, in Erwartung eines Leckerlis schon an der Tür wartet und sehr gerne spielt. Außerdem Kathi; hier probieren wir momentan aus, ob man ihr nicht ein auslaufsicheres Höschen verpassen kann, so dass sie nicht überall Urin verliert. Und natürlich unsere scheuen Katzen, das ist ein Dauerbrenner... Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass auch unsere Pechvögel im neuen Jahr mehr Glück haben und endlich das Tierheim verlassen dürfen.

Und auch wenn ich hier natürlich nicht alle Katzen erwähnen konnte, die 2018 unser Tierheim durchlaufen haben, so denken wir doch gerne zurück an Ernst, Pimpf und Pippa, Gracia Patricia, Nils, Joline, Ira, Thyson, Ruby, Flora, Tilly, Casper, Daria, Micky und all die anderen... Ganz herzlichen Dank zum Schluß an diejenigen Leute, die in 2018 eines (oder zwei) unserer Sorgenkinder aufgenommen haben. Vielen Dank für Ihr Mitleid, Ihren Mut, Ihre Geduld!