Catlife

Jahresrückblick 2019


Das Jahr 2019 im Katzenhaus des Tierheims Darmstadt

Schon wieder ist das Jahr fast vorbei und es ist eine gute Gelegenheit, Rückschau zu halten und an all die Katzen zurückzudenken, die sich auch dieses Jahr wieder in unser Herz geschlichen haben.

Kathi
Anfang des Jahres hatten endlich mehrere unserer scheueren Jungkatzen Glück und fanden ein neues Zuhause. Das Katzenhaus war Ende Januar erfreulich leer, abgesehen von unseren Sorgenkindern, den scheuen Katzen bzw. Katzen mit Handicap wie zum Beispiel Kathi mit ihrer Inkontinenz. Für sie hatten wir inzwischen ein Höschen genäht, in das man eine Slipeinlage kleben konnte, so dass sie öfter mal frei herumlaufen konnte. So sehr viel Wert legte sie auf Herumlaufen allerdings gar nicht.

Aber auch für Kathi fand sich im Februar eine Interessentin, die bereits ein Jahr zuvor ein Sorgenkind von uns aufgenommen hatte, den alten Fritz, der Anfang 2019 leider wegen eines Tumors eingeschläfert werden musste.

Auch Nanuk fand im Februar ein neues Zuhause, was uns fast ebenso überrascht wie gefreut hat, war er doch wegen seiner zeitweisen Ausraster ganz besonders schwer zu vermitteln.

Das erste Baby im Jahr 2019 kam mittels Kaiserschnitt zu uns. Die Mama hatte zuvor schon eine Totgeburt, und unser Tierarzt konnte wenigstens Adrian durch eine schnelle OP gesund auf die Welt holen. Im Mai durfte er dann zusammen mit seiner Mama in ein neues Zuhause umziehen.

Überraschenderweise bekamen wir bis Mai keine weiteren trächtigen Katzen oder Kitten. Auch sonst blieb das Katzenhaus erfreulich leer.

Kitty
Leider aber landeten mehrere ältere Katzen bei uns. Nadja war leider so schwer krank, dass sie eingeschläfert werden musste.

Kitty kam zu uns, weil ihr Besitzer ins Altenheim umgezogen war. Bei der 14 Jahre alten Katze wurde eine Niereninsuffizienz festgestellt, d. h. sie bekam ab sofort nur noch Nierendiätfutter zu fressen. Auch Gisa, eine 12-jährige dreifarbige Katze, die wegen Zeitmangels abgegeben worden war, war nicht gesund. Bei ihr arbeitete die Schilddrüse nicht mehr ordnungsgemäß. All das erschwerte natürlich die Vermittlung sehr.

Kirby
Weitere Sorgenkinder kamen im Mai und Juni zu uns: Kirby wurde genauso wie Angelo FiV-positiv getestet, d. h. beide – vorher ausgiebige Freigänger- durften ab sofort keinen ungehinderten Freigang mehr genießen. Die ca. 16 Jahre alte Missy, eine Fundkatze, hatte ebenso wie Gisa eine Schilddrüsenüberfunktion.

Alle diese Sorgenkinder mussten leider bei uns in der Aufnahmestation verbleiben. Gleichzeitig fing der Babyboom im Juni an, d. h. viele Boxen waren durch Mütter mit ihren Kitten belegt.

Alte Katzen leiden im Tierheim immer sehr. Und leider haben auch Missy und Kitty so sehr abgebaut, dass sie schließlich erlöst werden mussten. Leicht fällt uns eine solche Entscheidung nicht. Es wäre doch zu schön, wenn alte Katzen wenigstens noch für die letzten Lebenswochen, -monate oder –jahre ein richtiges Zuhause fänden.

Mausi
Mausi, die seit mehr als einem Jahr bei uns saß, hatte im Juli endlich Glück und wurde vermittelt. Leider aber nutzte sie nur 4 Tage später im neuen Zuhause ein offengelassenes Fenster und sprang hinaus. Wir versuchen immer, den Leuten bei der Vermittlung einzuschärfen, dass Katzen mindestens 2-3 Wochen Stubenarrest benötigen, bis sie rausgelassen werden dürfen. Scheue Katzen brauchen entsprechend länger. Leider aber kommt es immer wieder vor, dass (oftmals aus Unachtsamkeit) Katzen vorzeitig raushuschen und dann verschwunden sind. Was wohl aus Mausi geworden ist?

Gisa
Im Juli durfte endlich Gisa in ein neues Zuhause umziehen. Sie zog zu einem Ehepaar, das explizit nach einer etwas älteren Katze gesucht hatte. Wie eine Königin zog Gisa aus, die neuen Besitzer hatten einen großen Kennel mitgebracht, den man wie einen Rollkoffer ziehen konnte – Gisa saß darin und schaute huldvoll von rechts nach links. :-)

Mittlerweile war das Katzenhaus relativ voll, hauptsächlich waren die Boxen in der Aufnahmestation von Katzenmüttern mit ihren Kitten belegt.

Niklas
Im August durfte endlich unser Sonnenschein Niklas zusammen mit Antonio, einem noch etwas scheuen jungen Maine Coon-Mix-Kater in ein neues Zuhause umziehen. Niklas, der im Frühjahr zu uns gekommen war, war anfangs sehr eingeschüchtert und schien vieles nicht zu kennen. Kaum war er aufgetaut, hatte er sich aber nicht nur als absoluter Schmusekater entpuppt, der liebend gern auf den Schoß geklettert kam, sondern positionierte sich oft sehr drollig und fand im Laufe der Zeit Spaß an Kampfspielchen mit Artgenossen. Er hatte uns oft zum Lachen gebracht und wir ließen ihn nur mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen.

Viele halbwilde (vor allem schwarze) Katzen bevölkerten im Sommer mal wieder unser Katzenhaus. Trotz Kastrationsverordnung in Darmstadt und dem unermüdlichen Einsatz von ehrenamtlichen Helfern, die immer wieder wilde Katzen einfingen, um sie kastrieren zu lassen, scheint dieses Problem von unkastrierten verwilderten Hauskatzen nie ganz auszusterben. Deshalb sind wir auch immer sehr dankbar für sogenannte Auswilderungsplätze, wo solche scheuen (von uns kastrierten) Katzen gefüttert werden und Unterschlupf finden, sonst aber ihren eigenen Weg gehen können.

Im September/Oktober waren unsere Vermittlungszimmer zwar nicht übermäßig voll, dafür fehlte immer noch Platz in der Aufnahmestation bzw. Krankenstation. Etliche Katzen hatten nämlich Durchfall auf Grund von Giardien, einige weitere hatten Hautpilz. Alle diese Katzen mussten also separiert werden und entsprechend behandelt werden.

Flummy
Im November kamen wieder einige Sorgenkinder in unser Tierheim. Flummy, eine 19 Jahre alte Katzendame wurde wegen Unsauberkeit abgegeben. Für eine Perserkatze hatte sie ein stolzes Alter! Ihre Nieren funktionierten nicht mehr ganz einwandfrei, ansonsten war sie aber recht fit für ihr Alter und sie fand tatsächlich im Dezember ein neues Zuhause bei Leuten, die explizit einer alten Katze eine Chance geben wollten.

Avalon, ein bildhübscher, grauer junger Kater kam als Fundkater zu uns. Er hatte nicht nur einen alten Beckenbruch, sondern ganz akut einen Darmverschluss und musste notoperiert werden. Die OP verlief gut und zunächst sah alles gut aus, Avalon schien sich zu erholen. Leider ging es ihm dann wenige Tage später aber schlagartig schlechter, unser Tierarzt versuchte sein Möglichstes und nahm Avalon sogar mit nach Hause, aber Avalon überlebte die folgende Nacht nicht.

Jamie
Noch ein Sorgenkind kam im Dezember zu uns: Jamie, fast blind und so gut wie taub, wurde wegen Unsauberkeit abgegeben. Bei uns in der Box zeigte sich, dass sie durch ihre Behinderung extreme Orientierungsprobleme hatte, außerdem wurde eine Blasenentzündung diagnostiziert. Jamie tut uns ganz besonders leid, denn sie mag auch keine ausgedehnten Schmuseeinheiten. Zu gerne würden wir ihr im Alter noch etwas Gutes tun, aber die Möglichkeiten sind begrenzt. Und wer nimmt solch ein Tier auf?

Ja, das Jahr war wieder ereignisreich und auch wenn sich die Babyschwemme in Grenzen hielt, so betrübte uns doch die vermehrte Abgabe von alten und kranken Tieren. Wir hoffen also, dass dies kein neuer Trend ist, sondern dass das neue Jahr diesbezüglich wieder etwas besser wird.