Catlife

In memoriam

"In memoriam" ist lateinisch und bedeutet so viel wie "Zur Erinnerung" bzw. "In Gedenken an".

Und so ist diese Seite all den Katzen gewidmet, die unvergessen bleiben, weil sie auch nach ihrem Tod oder Verschwinden eine Spur in unserem Herzen hinterlassen haben. Wenn Sie Ihrer verstorbenen oder verschwundenen Katze ebenfalls hier ein virtuelles Denkmal setzen wollen, schicken Sie mir einfach eine E-Mail, möglichst mit Foto, evtl. Geburts- und Todesdatum, einen Satz, den Sie ihr mit auf den Weg geben wollen und was in Ihrer Erinnerung weiterlebt.

Hier ein Gedicht, das ich persönlich sehr schön und tröstend finde, es heißt "Steh nicht an meinem Grab und weine" und hier finden Sie die Geschichte der Regenbogenbrücke.

Ganz besonders schön finde ich auch das Testament einer Katze und die Geschichte Zwei wie wir.

Und diese sehr schöne und traurige Geschichte von Thorsten Felder ist allen herrenlosen Katzen gewidmet, die leider nicht das Glück hatten, rechtzeitig ein gutes Zuhause zu finden.

 

Tippy

*August 1997 +16.12.2016


Tippy

Meine liebe Tippy,

wer hätte gedacht, dass du noch so lange ein so schönes Leben haben wirst. Stolze 19 !!! Jahre bist du alt geworden! Und außer einer Erkältung, die mit Antibiotikum prima behandelt werden konnte, wurde bei dir nur eine altersbedingte chronische Schilddrüsenüberfunktion festgestellt. Aber auch das war überhaupt kein Handicap. Deine tägliche kleine rosa Tablette hast du geschluckt ohne zu meckern.

Aber wie fing das denn eigentlich alles mit dir an?

Als ich 2005 auf der Suche nach einer Katze ins Tierheim kam, waren nur Freigänger zur Vermittlung da. Ich hockte im Katzenhaus vor der Futterschüssel und du kamst mit deinen kleinen weißen Pfoten ganz zutraulich zum Fressen an die Schüssel. Ich war sofort verliebt und wollte dich unbedingt haben, aber man warnte mich: Tippy ist zwar eine reine Hauskatze, aber sie wurde schon zweimal wegen Unsauberkeit wieder ins Tierheim zurück gebracht. Aber ich konnte und wollte das nicht so einfach hinnehmen und nahm die "Herausforderung" an, kaufte alle erforderlichen Utensilien für ein schönes Katzenleben und kam einen Tag später wieder ins Tierheim und nahm dich mit. Das Einfangen war sehr schwierig, denn du warst sehr verängstigt und es war schwer zu ertragen, wie sehr du dich gewehrt hast.

Aber erst einmal in deinem neuen Zuhause hast du langsam gemerkt, dass ich es gut mit dir meine und wurdest immer zutraulicher und verschmuster. Allerdings ausschließlich zu mir. Auch meine Katzensitterin musste ganze 8 !!! Jahre warten, bis sie dich streicheln durfte. Aber dann war auch hier die Furcht überwunden und du hast dich ausgiebig streicheln und mit der Bürste verwöhnen lassen.

Erst in deinen letzten Monaten wurdest du "rückfällig" und hast öfter mal auf die Couch gepinkelt, aber das hab ich dir nie übel genommen. Ich wusste ja, dass du nun schon eine sehr alte Dame warst.

Letztlich musst ich dich gehen lassen, weil du wirklich nicht mehr konntest und wolltest. Es war der richtige Zeitpunkt, dich ganz entspannt in meinen Armen einschlafen zu lassen.

Schweren Herzens habe ich erst mal deine ganzen Sachen weggeräumt und wollte erstmal keine Katze mehr. Zu groß war der Abschiedsschmerz und einen "Ersatz" konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen. Aber, nach ein paar Tagen habe ich es vermisst, von einem kleinen haarigen Wesen begrüßt zu werden, wenn ich nach Hause kam.

Ich habe mal im Internet geguckt und habe schon nach ein paar Tagen einen tollen Kater (8 Jahre alt) gefunden, den auch niemand haben wollte. Nun sitzt er auf "deinem" Aussichtsplatz am Fenster und guckt spazieren und ich denke, wie schön es doch ist, wieder einer kleinen alten Seele ein neues Zuhause gegeben zu haben. Man bekommt so viel als Mensch zurück!

Danke, Tippy, für dein Vertrauen und die schöne Zeit! Du bist immer in meinem Herzen!

Jutta F.

 

 

Jasper

*ca. 2002 +28.12.2016


In Liebe und Dankbarkeit nehme ich Abschied von einem wundervollen Kater...


Jasper

Mein Bubelchen, viel zu kurz währte das Glück, dich bei mir zu haben. In den letzten Wochen, die so schwer für mich waren, warst du mir Trost und Stütze, ein Halt in meinem Leben.

Am 31.10., also vor nicht mal 2 Monaten, habe ich dich als Notfall aus dem Tierheim geholt. Du wolltest dort nicht fressen und bist immer mehr abgemagert. Gerade einmal 3,4 kg hast du auf die Waage gebracht. Und ich war so stolz und glücklich, dass du in der kurzen Zeit bei mir 500 g zugenommen hattest.

Du warst schwerhörig, dein Schreien war manchmal sehr laut, aber ich habe es nicht als schlimm empfunden. Du hast viel geredet und deshalb empfinde ich die Stille jetzt fast als unerträglich.

Abends hast du neben mir auf der Couch gelegen und geschnurrt. Wenn ich am Schreibtisch saß, kamst du auf meinen Schoß. Und du wusstest genau, dass ich mich nach meiner ersten Tasse Tee am Morgen an das Notebook setze, oft warst du schon vor mir auf dem Weg dorthin und hast dich dann dort auch schnell wieder auf meinem Schoß niedergelassen.

Du warst immer einfach nur lieb und du warst immer da. Nie hast du die Pfote gehoben oder gefaucht. Die Welt draußen hat dich wenig interessiert, wenige Schritte in den Garten haben dir gereicht, schon warst du wieder drin. Du warst so brav. Nur einmal hast du mir den veganen Aufschnitt von meinem Brot geklaut. Ich musste so über dich lachen...

Am Heiligabend hast du noch mit meiner Mutter gespielt. Aber dann hattest du Durchfall und ich bemerkte das Blut darin. Dein Appetit wurde schwächer. Gleich nach Weihnachten war ich mit dir beim Tierarzt. Als die Kotuntersuchung Kokzidien ergab, war ich erst erleichtert, denn das bedeutete, man konnte es behandeln.

Aber es ging dir immer schlechter. Die Diagnose lautete nun FIP. Du hast nichts mehr gefressen, nur noch deine Liegeplätze gewechselt und leise gejammert. Leiden solltest du nicht, das hattest du nicht verdient. So haben wir dich erlöst.

Du fehlst mir so sehr! Nach dem Tod von Feli und Hans dachte ich, ich hätte gar keine Tränen mehr übrig, aber nun bin ich doch ständig am Weinen. Mein kleiner Bub, ich habe dich in den 2 Monaten so lieb gewonnen und hätte mir gewünscht, noch viele gemeinsame Jahre mit dir zu erleben. Aber es sollte nicht sein...

Deine Schmerzen sind vorbei, meine werden wohl noch lange anhalten.

Christiane S.

 

 

Feli

*ca. 2013 +24.10.2016


Deine kleine Seele, sie ist nun frei


Feli

Mein kleines Mäuslein, noch nicht einmal 14 Monate waren uns zusammen vergönnt, da musste ich dich schon wieder gehen lassen. Du warst viel zu jung zum Sterben.

Du kamst am 31.03.2015 ins Tierheim, hattest offensichtlich kurz vorher einen Unfall gehabt. Du hattest einen gebrochenen Unterkiefer, warst zudem trächtig. Im Tierheim zogst du deine Jungen auf. Die Einzelbox, in der du sitzen musstest, fandest du sterbenslangweilig, da wurde ich schon auf dich aufmerksam.

Als kurz darauf meine Milena starb, wollte ich dir die Chance auf ein richtiges Zuhause geben. Die halbwilden Mütter haben es ja immer so schwer mit der Vermittlung. Am 27. August habe ich dich nach Hause geholt.

Vieles musstest du lernen, z. B. dass man angelehnte Türen aufdrücken kann, dass man durch Acrylglas nicht durchgehen kann oder später dann die Benutzung der Katzenklappe. Du warst ein Freigeist, noch dazu wetterfest. Du liebtest es, draußen zu sein, Mäuse zu fangen und Vögeln aufzulauern. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass es nichts Ungewöhnliches war, wenn du auch mal 10 Stunden oder mehr am Stück verschwunden warst. Freiheit war dir wichtig.

Wenn du dann wiederkamst, hast du oft laut maunzend eingefordert, dass ich dir die Terrassentür öffne, obwohl du ja leicht durch die Klappe hättest hereinkommen können. Dass der Vorratsraum auch Katzenfutter und Leckerlis beherbergte, hast du schnell herausbekommen und du hast oft die Gelegenheit genutzt, zu betteln.

Während du dich anfangs gar nicht anfassen lassen wolltest, hast du mit der Zeit Vertrauen zu mir gefasst. Beim Fressen wolltest du meine Gesellschaft haben und zwischendurch immer mal am Köpfchen gestreichelt werden. Wenn ich morgens bei meinem Tee saß, bist du oft hinter mich auf den Stuhl gesprungen, hast getretelt, geschnurrt und dich dann an mich gekuschelt hingelegt. Auch wenn ich abends auf der Couch saß, bist du oft zu mir zum Kuscheln gekommen. Am schönsten für mich aber waren deine stürmischen Nasenküßchen.

Feli

Dein Bäuchlein wurde etwas runder und ich schob es darauf, dass ich zu oft deinen sehnsüchtigen Blicken nach Leckerlis nachgegeben hatte. Aber dann hatte ich das Gefühl, dein Bauch würde sich härter als normal anfühlen, auch ein „Knubbel“ darin störte mich.

Als du schließlich mit dem Futter mäkeliger wurdest und auch ruhiger, habe ich dich schließlich zum Tierarzt gebracht. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass da etwas im Argen liegt. Die erste Tierärztin, eine junge Vertretung, meinte noch, ich solle es nur weiter beobachten, vermutlich hatte sie Angst eine Halbwilde genauer zu untersuchen.

Es ließ mir keine Ruhe und ich bin noch am selben Abend zu einem anderen Tierarzt gefahren, der dich nicht nur ausführlich untersuchte, sondern dabei auch sehr sanft und einfühlsam war. Obwohl ich schon schlimme Befürchtungen hatte, war es dennoch ein Schock: Deine Nieren waren um das Vierfache vergrößert, du hattest Krebs. Ich wollte dir weiteres Leiden und Stress ersparen und habe dich deshalb nicht mehr aus der leichten Narkose aufwachen lassen, sondern einschläfern lassen. Zu groß war meine Angst, du würdest dich dann vielleicht, wenn es dir noch schlechter geht, draußen irgendwo verstecken und ich könnte dir dann gar nicht mehr helfen.

Ich weiß, dass meine Entscheidung richtig war und ich dir längeres Leiden ersparen konnte, aber es hat trotzdem weh getan, dich so plötzlich gehen zu lassen. Ich bin sicher, du warst glücklich bei mir, aber ich hätte dir gerne noch eine längere Zeit dieses Glücks gegönnt.

Das Loslassen fällt schwer, aber deine kleine Seele ist nun frei.

Christiane S.

 

 

Fritz

*ca. 2001 +19.05.2016


Du konntest das Heimkommen, in ein NACH HAUSE KOMMEN ändern


Fritz

Mein Lieber Fritzi

Ich weiß noch genau als ich dich zum ersten Mal sah, es war 2001. Ich half Bekannten beim Umzug, und die Frau die da vorher gewohnt hat muss dir immer was zum fressen gegeben haben. Also brachte ich die ersten Päckchen Futter mit, und du hast es genüsslich gekaut. Du hast nicht nur mich, sondern alle, mit deiner Art erobert. So vergingen die ersten Jahre. Du hattest im Winter einen warmen Schlafplatz und du wurdest immer zutraulicher. Ich brachte die ersten Wurmkuren und Zeckenprophylaxe mit. Es war zwar immer noch schwierig dich festzuhalten, aber du kamst immer wieder. 2007 hattest du eine ganz schlimme Augenentzündung, und unsere Bekannten hatten auch vor wieder umzuziehen, also fingen wir dich ein und ich brachte dich ins Tierheim. Dort besuchte ich dich so oft ich konnte, und bekam natürlich auch mit das da eine Ehepaar war, die dich auch so toll fanden. Als damals unser Charlie die Straße nicht überlebt hat, sollte unsere Fussel eigentlich alleine bleiben. Ich überlegte dann aber nicht mehr lang, und nahm dich mit zu uns nach Haus. Bei uns angekommen lies ich dich im Bad aus dem Kennel, du schautest kurz nach links, okay da stand das Katzenklo, dann gingst du direkt in die Küche, sprangst auf die Eckbank, schautest uns an als wolltest du sagen, ich bin angekommen. Du und Fussel, das war schwierig, ihr habt euch grad mal akzeptiert, und dann ist auch meine Fussel auf der Straße geblieben. Jetzt solltest du alleine bleiben, wir wollten nicht noch eine Katze auf der Straße verlieren, und so durftest du nachts nicht mehr raus. Das hat dir aber gar nichts ausgemacht.

Fritz und Sina

2011 lief in Nachbars Garten eine Katze, ich dachte, warum rennst du so, aber du warst es nicht. Es war eine dreifarbige, abgemagerte kleine scheue Katze. Ich machte Bilder und schickte sie ins Tierheim, sie wurde nicht vermisst. Mir war klar dass du sie schon lange vor uns entdeckt haben musstest. Da auch sie uns erobert hat, die Nachbarn auch nichts dagegen hatten, und du total verliebt warst, wurde sie entfloht, entwurmt, geimpft und gechipt, und zog bei uns ein, die kleine Sina. Euch beim schmusen zuzusehen das war unbeschreiblich. Eine Freundin sagte mal zu mir, dass zwei fremde Katzen so miteinander umgehen, ist wie ein 6er im Lotto. Kein Platz war für Euch zwei zu groß, zu hoch oder zu klein gewesen.

So vergingen 4 wundervolle Jahre. Du wurdest älter, deine Herzklappen brauchten eine kleine Unterstützung, ½ Tablette am Tag, deine Nierenwerte waren etwas erhöht, ich stellte das Futter um, alles war die letzten 2 Jahre gut. Und jetzt ging alles so schnell, du hattest Probleme mit dem Stuhlgang, deine Lymphknoten am Hals waren angeschwollen. Deine Blutwerte waren alle soweit okay, nur deine Leberwerte waren erhöht. Du bekamst Mo., Mi., und Fr. Antibiotika und Klistier und alles schien gut. Du warst für ein paar Tage wieder der alte. Dann fing alles von vorn an. Das Klistier half nicht, du bekamst einen Einlauf der half auch nicht, dann wurde dir der Darm gespült, und als ich dich abends wieder von der Klinik mit nach Hause nahm, dachte ich jetzt wird alles gut. Am nächsten Tag solltest du noch mal Antibiotika bekommen, über Nacht wurdest du gelb, deine Ohren und Augen. Erneut wurde das Blut untersucht, der Bilirubin Wert war hoch. Ultraschall der Leber und Galle. Alles war unspezifisch. Du wolltest fressen, aber es blieb einfach nicht drin. Und als die Ärzte mir dann sagten sie können nichts mehr für dich tun, brach für mich die Welt zusammen. Wie kann eine Verstopfung so was auslösen, dachte ich. Ich habe dir Versprochen, dass ich dich nicht Leiden lassen. Also verbrachten wir unseren letzten Tag noch zusammen, du wolltest unbedingt in den Garten und wir hatten schönes Wetter, also gingen wir. Ich hatte dich den ganzen Tag im Auge, du bist durch Nachbars Garten, dieselben Wege wie immer, nur etwas langsamer. Um 19.00 Uhr holte ich dich in die Wohnung, versuchte wieder dass du etwas frisst, das hast du auch. Aber es kam sofort wieder zurück. Am nächsten Morgen konntest du kaum noch laufen, du warst einfach zu schwach, und ich musste akzeptieren dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist. Ich hatte dich auf meinem Schoß als du eingeschlafen bist, mein dicker, diesen Augenblick werde ich nie vergessen. Jetzt bist du bei Fussel, Charlie, Maike und Paul. Mein großer, ich mach mir solche Vorwürfe, das ich irgendetwas übersehen habe.

Deine kleine Sina vermisst dich schrecklich, die Plätze die ihr euch immer geteilt habt bleiben leer, und wenn ich sie auf einen der Plätze setze, springt sie sofort wieder runter. Sie steckt ihre Nase ganz tief in den Teppich, als wollte sie dich aufsaugen. Sie hat sich so verändert, liegt nur noch lustlos auf der Terrasse, zum spielen kann ich sie auch nicht überreden. Ich mach mir große Sorgen um deine kleine. Wir vermissen dich. Dein lautes schnurren wenn ich nach Hause kam, dein leichtes treteln auf meinem Bauch abends auf der Couch, dein Köpfchen geben wenn es was zum futtern gab, dein miauen wenn du verstecken spielen wolltest,…………… Keiner der den Kuchen von der Theke holt, keiner der die Klopapierrolle abrollt, keiner der das Schwämmchen von der Spüle holt,….. Wir vermissen dich, du bleibst unvergessen.

Anita H.

 

 

Lilly

*2009 +2016


Lilly

Die kleine Katze Lilly wurde 2009 geboren und lebte glücklich als Freigänger in einem Naturschutzgebiet.

Durch widrige Umstände konnte sie aber seit 2014 nicht mehr nach Hause zurück und lebte seither in den umliegenden Schrebergärten. Sie wurde dort gefüttert und sie bekam eine Katzenklappe in einem Gartenhäuschen. Jeden Tag nach der Arbeit ging ich sie füttern.

Das war alles nicht so toll, denn nur einmal füttern am Tag ist nicht so gut - sie hat dann immer Heißhunger gehabt. Die zwei Sommer waren ganz schön, aber trotz Snugglesafe und Styroporkarton waren die Winter sicher hart.

Nun kommt der Frühling 2016 und Lilly freute sich schon, daß es wärmer wurde. Plötzlich konnte sie nicht mehr fressen. Sie kam ins Tierheim zur Versorgung und in der Hoffnung, daß sie einen Menschen findet, der ihr ein Zuhause mit Freigang ermöglichen kann.

Leider war alles zu spät - sie hatte einen Tumor im Hals und mußte über die Regenbogenbrücke gehen.

Meine Gedanken sind bei ihr, dem armen Kätzchen, daß so jung sterben mußte.

Es ist mir ein Trost, daß sich die Mitarbeiter des Tierheimes die letzten Tage um sie gekümmert haben und sie sich nicht draußen irgendwo verkriechen konnte.

Ich werde Lilly nie vergessen!

Marlene S.

 

 

Milena

*ca. 1999 +12.08.2015


Ein Tag ohne Schnurren ist ein verlorener Tag


Milena

Hat die Uhr schon immer so laut getickt? Die Stille der Wohnung, nur unterbrochen durch das Ticken der Uhr macht mich verrückt.

Nein, du warst keine laute Katze. Aber ich lausche wie immer, ob ich ein leises Plopp höre, wenn du vom Fensterbrett oder vom Stuhl gesprungen bist, lausche auf das leise Klicken der Krallen auf dem Laminat, das Klacken der Katzenklappe. Ab und zu hast du aber auch mit mir gesprochen. Und manchmal konntest du sehr fordernd nach mir schreien, damit ich mich abends endlich zu dir auf die Couch setze und wir gemeinsam die Streicheleinheiten genießen.

2001 habe ich dich aus dem Tierheim geholt. Du warst eine Halbwilde, hattest im Tierheim deine Kinder großgezogen und warst anschließend monatelang im Vermittlungszimmer untergebracht, wo dich kaum einer zu Gesicht bekommen hat. Du warst ständig auf der Flucht vor den Menschen. Bei mir bist du als 4. Katze eingezogen und es hat nicht lange gedauert, da waren Maya und du dicke Freunde. Ihr habt zusammen gespielt, euch geputzt und gekuschelt. Oft hast du dich an ihr orientiert. Du wurdest selbstsicherer, dennoch, deine tiefliegenden Ängste hast du nie ganz verloren. Ein zu schneller Schritt von mir, fremde Menschen, schon wurden deine Augen groß.

Milena

Du warst so eine brave Katze. Der Kratzbaum wurde rege zum Krallenwetzen benutzt, nie bist du auf den Esstisch oder die Arbeitsplatten in der Küche gesprungen.

Du warst die erste und einzige Katze, die ich kenne, die Purzelbäume schlagen konnte. Habe ich dich auf der Terrasse gestreichelt, so hast du oft mit den Steinplatten "geköpfelt" und dich dann über den Rücken abrollen lassen. In den ersten Jahren hast du außerdem viele Mäuse gefangen, im Laufe der Zeit wurdest du ruhiger.

Als Maya 2011 starb, warst du verunsichert. Mehrere Tage lang habe ich dich kaum zu Gesicht bekommen, aber dann hast du begonnen, mir wieder mehr und mehr zu vertrauen und hast immer öfter meine Nähe gesucht. Festhalten und hochnehmen, das mochtest du bis zum Schluß nicht, aber du bist von alleine auf meinen Schoß gekommen, hast geschnurrt und gedöst. Morgens hast du still vor meinem Bett gewartet, bis ich aufgewacht und aufgestanden bin. Nein, du warst keine aufdringliche und laute Katze, aber du warst zum Schluß fast immer in meiner Nähe. Wenn ich am Schreibtisch saß, bist du oft gekommen und hochgesprungen, um dich in mein Blickfeld zu schieben und gestreichelt zu werden. Aber nie so penetrant, das es gestört hätte.

Als vor 1 1/2 Jahren die Diagnose Niereninsuffizienz gestellt wurde, wußte ich, dass wir vielleicht gerade noch 2 gemeinsame Jahre vor uns haben. Dass auf einmal noch ein Tumor an der Lunge dazu kommen sollte, konnte keiner von uns ahnen. Und so kam es für mich doch sehr plötzlich, die Entscheidung fällen zu müssen, dich gehen zu lassen. Ich hoffe, dass deine kleine Seele den Weg zu deiner alten Freundin Maya findet, die uns vor 4 Jahren verlassen hat.

Alles Gute, meine kleine Wilde, meine süße Maus, du bist mir in all den Jahren so ans Herz gewachsen, es tut weh, dich gehen zu lassen.

Christiane S.

 

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